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Das 40. FIFF blickt der Welt in die Augen

Divine Comedy, Ali Asgari (2025)
Divine Comedy, Ali Asgari (2025)

Das Internationale Filmfestival Freiburg (FIFF) gibt das Programm seiner 40.  Ausgabe bekannt: 114 Filme aus 62 Ländern, mit 13 Weltpremieren, 4 internationalen, 4 europäischen und 37 Schweizer Premieren. Vom 20. bis 29. März 2026 lädt das FIFF sein Publikum zu einer engagierten, festlichen Jubiläumsausgabe voller Emotionen ein. Die internationalen Wettbewerbe und Parallelsektionen regen zum Nachdenken an und zeugen von der Notwendigkeit eines Festivals, das seit seinen Anfängen der Welt entschlossen in die Augen blickt. Das 40. FIFF feiert die Begegnung von Filmschaffenden und Filmbegeisterten, auf der Grossleinwand, aber auch abseits der Kinosäle.

Zum Programm

Die Welt vor unseren Augen

«Seit seiner Gründung hat sich das FIFF stets auf das Wesentliche konzentriert: Meinungsfreiheit, Emanzipation, Kampf, kurz: auf Leben und Tod», sagt Thierry Jobin, künstlerischer Leiter des Festivals. Auch dieses Jahr wirft das FIFF mit 27 Beiträgen im internationalen Wettbewerb – 12 Lang- und 15 Kurzfilme – einen engagierten Blick auf die Welt. Dabei geht es um aktuelle Brennpunkte oder grosse Konflikte, die die Geschichte geprägt haben: Ob Vietnamkrieg (Ky Nam Inn) oder Krieg in der Ukraine (Honeymoon), Unterdrückung im Iran (Divine Comedy) oder chilenische Diktatur Ende des letzten Jahrhunderts (Hangar Rojo) – das Publikum wird mit Wahrheiten konfrontiert, die an sein Gewissen appellieren. Aus dem Zentrum dieser globalen Konflikte entstehen intime und bewegende Erzählungen, die sich oft um ein Dilemma drehen, das die Protagonisten lösen müssen, damit ein Zusammenleben möglich ist. Dies ist der Fall im ukrainischen Spielfilm Honeymoon, in dem ein Paar nach den ersten russischen Bombardements einen sicheren Ort in seiner Wohnung sucht. «Das Publikum wird ständig mit existenziellen Fragen und Gewissenskonflikten konfrontiert, die die gezeigten Filme zu lösen versuchen», sagt Thierry Jobin. «Seit 40 Ausgaben zeigt das FIFF Filme, die notwendig, dringlich, selten bequem, aber von Hoffnung getragen sind.»

Zu den immer wiederkehrenden Dilemmas gehört das Thema der Zensur, das in Divine Comedy unverblümt angesprochen wird. Die bittersüsse Satire aus dem Iran zeigt, dass ernste Themen auch humorvoll behandelt werden können. Das gilt auch für weitere Spielfilme der offiziellen Selektion, beispielsweise den mazedonischen Film DJ Ahmet, den mehr als ein Drittel der fast 12'000 Schülerinnen und Schüler im Rahmen von Planète Cinéma sehen werden, aber auch die Filme, die das Festival eröffnen und abschliessen. Der Eröffnungsfilm A Sad and Beautiful World, der 2026 den Libanon bei den Oscars vertritt, setzt der Unschuld eines Paares die jahrzehntelange politische Instabilität entgegen und wirft einen hoffnungsvollen Blick in die Zukunft. Den Abschluss bildet der argentinische Episodenfilm Homo Sapiens?, der auf bissige Weise die alltägliche Feigheit eines Landes am Rande des Nervenzusammenbruchs offenlegt.

Aktuelle Geschehnisse prägen auch die Kurzfilmprogramme, beispielsweise in Beiträgen aus dem Sudan, der Ukraine, Palästina oder dem Iran. Auch in diesem Jahr spiegeln die internationalen Wettbewerbe den Anspruch des FIFF wider, die Reaktion der Filmschaffenden auf die Welt um sie herum mit dem menschlichen Bedürfnis nach gemeinsamen Emotionen in und ausserhalb der Kinosäle zu verbinden.

Die Parallelsektionen

Das FIFF blickt anlässlich seiner Jubiläumsausgabe in mehreren Retrospektiven auch auf seine Geschichte zurück. «Es geht dabei nicht um Nostalgie: Vielmehr ist die 40. Ausgabe eine Gelegenheit, innezuhalten und festzustellen, dass das Festival notwendiger und relevanter denn je ist», erklärt Thierry Jobin. Die Sektion Entschlüsselt: Die 1. Ausgabe des FIFF erzählt von den Anfängen des Festivals und präsentiert fünf der sieben Filme, die 1980 bei seiner ersten Ausgabe gezeigt wurden. In einer Diskussionsrunde mit Zeitzeugen wird über die Entstehung, die Existenzberechtigung des Festivals und über die Gründe gesprochen, weshalb Freiburg so ein fruchtbarer Boden für dieses Fenster zur Welt war. Die Sektion Bye bye visions sud est wiederum zollt dem Filmförderfonds Tribut, einer echten Schweizer Soft Power, die im Zuge der Kürzungen der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) ihre Tätigkeit einstellen musste. In der Sektion wird fünfmal je ein Kurzfilm, der in den letzten Jahren am FIFF vorgestellt wurde, sowie ein Spielfilm der oder des gleichen Filmschaffenden gezeigt, der dank der Unterstützung von visions sud est produziert werden konnte. Obwohl diese Förderung (500'000 Franken pro Jahr) bescheiden war, unterstützte sie im Laufe der Jahre fast 250 Filme.

Weiter geht es in den beiden Genrekino-Sektionen, in denen die Darstellung von Mutterfiguren auf der Leinwand thematisiert wird, eine Hommage an die «Mutter des FIFF», die Gründerin des Festivals Magda Bossy. Lange spielten Mütter im Kino eine marginale Rolle, heute nehmen sie einen zentralen Platz ein und erzählen u. a. von den noch immer andauernden Kämpfen um Emanzipation und Feminismus. Diese Themen werden nach der Vorführung des Kultfilms Volver von Pedro Almodóvar live im Podcast Le Point J (RTS) diskutiert.

Um die Rolle der Frau im Kino geht es auch beim Fribourg Cinema Award, der gemeinsam mit der Universität Freiburg ins Leben gerufen wurde. Die erste Preisträgerin ist Kaouther Ben Hania. Neben ihrem jüngsten Film The Voice of Hind Rajab, der als der wichtigste Film des Jahres 2025 gilt, werden auch fünf ihrer Lieblingsfilme gezeigt und die tunesische Regisseurin wird an einer öffentlichen Veranstaltung an der Universität Freiburg teilnehmen.

Die traditionellen Sektionen Neues Territorium (dieses Jahr Kolumbien gewidmet), Unsere Favoriten, Mitternachtsvorführungen, Grosses Kino für Familien und Passeport Suisse runden das Programm dieser 40. Ausgabe ab.

Das FIFF feiert sein Jubiläum

Als Geschenk und Hommage werden über 80 Videobotschaften – «Liebesbotschaften ans FIFF» – von Persönlichkeiten aus aller Welt mit einer Verbindung zum FIFF gezeigt, von Taipeh über Los Angeles und Teheran bis Kiew. Sie laufen während des gesamten Festivals in Endlosschlaufe und frei zugänglich in einem Saal des Kinos Arena. Die Fotoausstellung «Zu Besuch am FIFF» gibt einen Einblick in das Festivalarchiv: In der neuen Unterführung des Freiburger Bahnhofs sind Bilder renommierter Künstlerinnen und Künstler zu sehen, die die Stadt und die Region besucht haben. Ein weiterer Höhepunkt, der die Bedeutung Freiburgs als kultureller Nährboden unterstreicht, ist die Weltpremiere von We are all Young Gods. Im Anschluss an die Vorführung des Dokumentarfilms über die Kultband The Young Gods gibt es ein Treffen mit den Musikern.

Seit 2023 hat auch die Gastronomie einen wichtigen Stellenwert im Programm, mit dem kulinarischen Angebot Film und Genuss und dessen ganzjährigem Pendant Délices du FIFF. In diesem Jahr treffen sich die Zuschauerinnen und Zuschauer etwa nach der Vorführung des Kassenschlagers Hallo Betty von Pierre Monnard im Restaurant La Cène, um eine Neuinterpretation des Toast Hawaii zu kosten, eines der berühmten Rezepte von Betty Bossi. Während des gesamten Festivals gibt es weitere Highlights, die Film und Genuss miteinander verbinden, insbesondere im Zusammenhang mit der Sektion Neues Territorium: Kolumbien.

Schliesslich wird an der 40. Ausgabe eine wichtige Neuerung eingeführt: das Nomad Wood Nest. Das neue Festivalzentrum auf der Schützenmatte (Grand-Places), ein Pavillon aus Schweizer Holz, dient Filmschaffenden und Filmbegeisterten, aber auch der breiten Öffentlichkeit vom 20. bis 29. März 2026 als Treffpunkt. Mathieu Fleury, Präsident des Vereins FIFF, ist begeistert: «Das FIFF ist stolz und glücklich, anlässlich dieses Meilensteins in seiner reichen Geschichte im Herzen der Stadt ein Festivalzentrum einzurichten, das ganz konkret seinen Wunsch verkörpert, das Publikum zusammenzubringen, um das Kino aus aller Welt zu zelebrieren.» Im Nomad Wood Nest werden zahlreiche Abendveranstaltungen organisiert, um das Jubiläum gebührend zu feiern.
 

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